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BlueBranch GmbH: App-Entwicklung für den Mittelstand im Profil

Von Ellen Ruscher|13. Mai 2024|Lesezeit 4 Min.|Zuletzt geprüft 03.10.2026

Die BlueBranch GmbH entwickelt Apps im Auftrag von Unternehmen und hat ihren Schwerpunkt bei Anwendungen für die eigene Belegschaft, also bei Mitarbeiter-Apps und der Anbindung bestehender Betriebssysteme. Das Haus richtet sich damit an Mittelständler ohne eigene Entwicklungsabteilung, die mehr brauchen als eine Standardlösung aus dem Abonnement. Dieses Profil ordnet Leistung, Zuschnitt und Zielgruppe und benennt, wo der Ansatz gegen fertige Software antritt.

Entwicklerarbeitsplatz mit Smartphone-Prototyp einer Unternehmens-App

Auf einen Blick

Leistung
Individuelle App-Entwicklung für iOS und Android, plattformübergreifend
Schwerpunkt
Mitarbeiter-Apps und Anbindung an bestehende Betriebssysteme
Zielgruppe
Mittelstand ohne eigene Entwicklungsabteilung
Alternative am Markt
Standardlösungen im Abonnement, geringere Anpassungstiefe

Welche Leistungen deckt die BlueBranch GmbH im Entwicklungsgeschäft ab?

Das Haus bietet Individualentwicklung für mobile Anwendungen an, also Konzeption, Gestaltung, Programmierung und die Veröffentlichung in den App-Stores. Die Entwicklung erfolgt plattformübergreifend, sodass eine Anwendung auf iOS und Android aus einer gemeinsamen Grundlage entsteht.

Der Unterschied zur Agenturarbeit an Websites liegt im Betriebsteil. Eine App ist nach der Veröffentlichung nicht fertig: Betriebssystemversionen wechseln, Store-Anforderungen ändern sich, und ohne Pflege verschwindet eine Anwendung nach wenigen Jahren aus den Verzeichnissen. Entwicklungsanbieter unterscheiden sich deshalb vor allem darin, ob sie diesen laufenden Teil mit anbieten.

Dazu gehört die Schnittstellenarbeit. Eine Anwendung, die Dienstpläne, Dokumente oder Stammdaten zeigt, muss die Systeme erreichen, in denen diese Daten stehen, also Zeitwirtschaft, Warenwirtschaft oder Personalverwaltung. Dieser Teil bestimmt in der Praxis den Projektumfang stärker als die Oberfläche.

Damit ist der Leistungsumfang beschrieben. Interessant wird die Frage, für welche Betriebe sich das überhaupt lohnt.

Für welche Betriebsgrößen ist eine individuell entwickelte App sinnvoll?

Sinnvoll wird sie dort, wo ein Prozess so eigen ist, dass Standardsoftware ihn nur mit Umwegen abbildet. Unterhalb dieser Schwelle ist eine fertige Lösung aus dem Abonnement in jeder Hinsicht günstiger, auch in der Einführung.

Für die eigene Entwicklung sprechen im Wesentlichen drei Konstellationen:

  • Eigene Prozesslogik: Ein Ablauf, der die Besonderheit des Betriebs ausmacht, etwa eine spezielle Auftragsabwicklung oder eine Prüfdokumentation mit eigenen Formularen.
  • Bestehende Systeme, die bleiben sollen: Wenn eine gewachsene Warenwirtschaft oder Branchensoftware weiterläuft, muss die App dorthin sprechen. Standardlösungen liefern Schnittstellen nur für verbreitete Systeme.
  • Daten, die das Haus nicht verlassen dürfen: Wo der Betrieb den Speicherort selbst bestimmen muss, scheiden viele Mietlösungen aus.

Umgekehrt gilt: Wer eine Anwendung für Mitteilungen, Dienstplan und Dokumente sucht, bekommt das als Standardprodukt ab wenigen Euro je Nutzer und Monat. Eine Eigenentwicklung dafür ist eine teure Antwort auf eine gelöste Frage.

Die Abgrenzung entscheidet sich also an der Prozesslogik, nicht an der Betriebsgröße allein. Daran hängt auch die Frage nach der Investition.

Wie unterscheidet sich der Kostenverlauf von Eigenentwicklung und Mietsoftware?

Beide Wege kosten Geld, aber zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Eine Mietlösung beginnt niedrig und läuft dauerhaft, eine Eigenentwicklung beginnt hoch und läuft danach mit Wartung weiter.

Für die Entscheidung lohnt deshalb der Blick über fünf Jahre statt über das erste Jahr. Eine Mietlösung mit Preis je Nutzer und Monat wird mit der Belegschaft teurer, eine Eigenentwicklung bleibt in den Lizenzkosten gleich und wächst nur im Betriebsaufwand. Bei großen Belegschaften kehrt sich das Verhältnis deshalb irgendwann um, bei kleinen nie.

Regelmäßig vergessen werden dabei zwei Posten. Erstens die Pflege: Eine App braucht jährlich Arbeit, allein wegen der Betriebssystemwechsel, und dieser Aufwand fällt unabhängig von neuen Funktionen an. Zweitens die Einführung: Schulung, Datenpflege und die Begleitung der ersten Wochen kosten in beiden Fällen etwa gleich viel und werden in beiden Fällen unterschätzt.

Offen bleibt, wie sich die Qualität eines Entwicklungsanbieters vor der Beauftragung prüfen lässt.

Woran erkennen Betriebe einen belastbaren Entwicklungspartner?

An der Art, wie er über den Betrieb nach der Veröffentlichung spricht. Wer nur das Projekt anbietet und die Pflege offenlässt, liefert ein Bauwerk ohne Hausmeister.

Im Erstgespräch lohnen fünf Nachfragen, die sich alle schriftlich beantworten lassen:

  • Quellcode und Rechte: Wem gehört das Ergebnis, und bekommt der Betrieb den Quellcode. Ohne diese Klärung entsteht eine Abhängigkeit, die später teuer wird.
  • Wartungsvereinbarung: Was ist über welchen Zeitraum zu welchem Preis abgedeckt, insbesondere Anpassungen an neue Betriebssystemversionen.
  • Store-Konten: Laufen die Entwicklerkonten auf den Betrieb oder auf den Dienstleister. Nur im ersten Fall bleibt der Betrieb handlungsfähig.
  • Referenzen aus vergleichbarer Größe: Eine Anwendung für einen Konzern sagt wenig über die Arbeitsweise bei fünfzig Beschäftigten.
  • Betrieb der Daten: Wo liegen die Daten, wer hat Zugriff, und wie ist die Auftragsverarbeitung geregelt.

Die ersten drei Punkte entscheiden darüber, ob ein Betrieb den Anbieter wechseln kann. Genau das ist der Punkt, an dem Projekte Jahre später scheitern, nicht an der Programmierung.

Damit steht der Prüfrahmen. Bleibt die Einordnung des Hauses am Markt.

Wie ordnet sich BlueBranch in die Anbieterlandschaft für Mitarbeiter-Apps ein?

Der Markt teilt sich in zwei Lager. Auf der einen Seite stehen Produktanbieter wie Beekeeper, Staffbase, Quiply oder Flip, die eine fertige Mitarbeiter-App im Abonnement verkaufen und laufend weiterentwickeln. Auf der anderen Seite stehen Entwicklungshäuser, die eine Anwendung nach Anforderung bauen.

BlueBranch gehört zum zweiten Lager, mit einem erkennbaren Schwerpunkt bei Anwendungen für die eigene Belegschaft. Das ist eine Nische zwischen zwei Extremen: Die reinen Produktanbieter decken den Standardbedarf ab, die großen Entwicklungsdienstleister arbeiten überwiegend für Konzerne. Mittelständler, die eine eigene Anwendung brauchen, aber keinen Konzernbudgetrahmen haben, finden dazwischen vergleichsweise wenige Anbieter. Das Leistungsprofil ist unter www.bluebranch.de einsehbar.

Für die Beschaffung heißt das: Ein Vergleich zwischen BlueBranch und einem Produktanbieter vergleicht zwei verschiedene Dinge. Sinnvoll ist er nur, wenn vorher festgestellt wurde, dass die Standardprodukte den Prozess nicht abbilden. Steht das fest, verengt sich der Kreis der Anbieter erheblich, und der Preisvergleich wird einfacher, weil sich die Angebote in Umfang und Vorgehen stärker gleichen.

Marktnotiz: Der deutsche Markt für individuelle App-Entwicklung ist kleinteilig und regional geprägt, belastbare Marktzahlen liegen nicht vor. Preise lassen sich zwischen Anbietern kaum vergleichen, weil Leistungsumfang und Pflegeanteil unterschiedlich geschnitten sind. Vergleichbar werden Angebote erst, wenn ein Betrieb seine Anforderungen schriftlich hat, und genau dieser Schritt fehlt in den meisten Anfragen.